Film Festival Cologne: It’s only the End of the World

Das 26. Film Festival in Köln fand vom 07. bis 14. Oktober dieses Jahr statt. Die Arbeiten in den Festivalreihen Top Ten TV, Kino, Made in NRW, Showcases und Retrospektive wurden gezeigt und bewundert. Es ist natürlich schwierig gar unmöglich alles, was auf der Liste des Festivals steht, sich vorzunehmen, jedoch ergab sich für mich die Möglichkeit den französischen Film It’s only the End of the World von dem jungen, frankokanadischen Regisseur Xavier Dolan im Kölner Kino Residenz anzuschauen.

Der Film, mit dem Originaltitel Juste la Fin du Monde, gewann den Grand Prix bei dem Festival de Cannes in 2016. Hier ein kurzer Einblick ins Geschehen, die Kurzzusammenfassung auf der Festival de Cannes Internetseite:

After 12 years of absence, a writer goes back to his hometown, planning on annoucing his upcoming death to his family. As resentment soon rewrites the course of the afternoon, fits and feuds unfold, fuelled by loneliness and doubt, while all attempts of empathy are sabotaged by people’s incapacity to listen and love.

Weiterhin gibt es auf der Internetseite Filmausschnitte und Fotos zu dem Xavier Dolan Film. Um aber einen Einblick zu dem Film zu gewinnen, gibt es hier den Trailer. Natürlich auf französisch, damit man die Intensität des Filmes spüren und hören kann.

Es ist der 6. Film von Xavier Dolan. Er basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück aus dem Jahr 1990 von Jean-Luc Lagarce, ein weltweit bekannter, französischer Dramatiker. Für diesen Film hat Dolan die beste Besetzung gewählt: Nathalie Baye, Vincent Cassel, Marion Cotillard, Léa Seydoux, Gaspard Ulliel.

Der todkranke Louis, der seine Familie ohne irgendein Wort zu sagen verlassen hatte, kehrt nach vielen Jahren in die ländliche Idylle zur seiner Familie zurück, um die Nachricht über seinen aktuellen gesundheitlichen Zustand zu überbringen. Seine Familie, die von Louis jahrelang wenig gehört hat-nur paar Brocken von Sätzen auf den Postkarten von Louis-ist außer sich vor Freude. Es ist eine dynamische Familie, die alle Vorbereitungen vornimmt, damit Louis sich mit der Familie zu Hause wohlfühlt. Nach dem Ankunft wird den Zuschauern jedoch bewusst, dass die Familie durch Louis Verlassen in Brüche gegangen ist.

Die Zuschauer können die Angst, die Verletzlichkeit und die Enttäuschung der Familie durch die Interaktionen der Familienmitglieder mit Louis wahrnehmen. Die Mutter, die Schwester und der Bruder von Louis haben ihn vermisst, können ihn aber nicht verzeihen, weshalb es oft zu Streitereien zwischen den Familienmitgliedern kommt. Sehr impulsiv ist dabei der Bruder Antoine, gespielt von Vincent Cassel. Seinen emotionalen Schmerz wird durch seine Wut und seine zynischen Aussagen überdeckt. Nathalie Baye spielt die einfühlsame Mutter von Louis, die trotz des Verschwindens seines Sohnes ihn immer noch liebt und ihn auch in Schutz nimmt. Im Kontrast zu Antoine steht seine Frau Catherine. Marion Cotillard verkörpert die ruhige und verständnisvolle Figur Catherine in perfekter Weise. Sie ist die einzige Person, die Louis einigermaßen zu verstehen versucht. Die beiden Figuren scheinen viel gemein zu haben, obwohl Louis Catherine vorher noch nie gesehen hat und in keinster Weise kennt. Die Intensität aller Gefühle  wird durch die Kameraführung verstärkt. Trotz der einfachen Story bringen die Nahaufnahmen die unausgesprochenen Gedanken zum Vordergrund und faszinieren somit die Zuschauer. Der Film braucht keine aktionsreiche Szenen, denn es handelt sich hierbei um ein Familiendrama, welches Xavier Dolan den Zuschauern in bester Weise näherbringt. In der letzten Szene gibt Louis seiner Familie bekannt, dass er nun gehen muss. Vor allem in dieser Szene überzeugt Léa Seydoux, die die Schwester Suzanne spielt, mit ihrer gefühlvollen und intensiven Schauspielkunst. Das Szenario geht unter die Haut und raubt den Atem der Zuschauer..

Um jedoch nicht viel vorwegzunehmen, hört meine Beschreibung hier auf. Dolans Film gewinnt verdienterweise den Grand Prix und ist absolut empfehlenswert. Das verfilmte Kammerspiel kommt am 29. Dezember in die deutschen Kinos. A must-see. 

 filmfestival

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