Raving Iran: Die Geschichte der Iraner Anoosh und Arash als DJ-Duo Blade&Beard

Anoosh Raki und Arash Shadram kommen aus der Hauptstadt der islamischen Republik Iran, Teheran, wo sie nur schwierig das eigene Interesse verfolgen können. Ihr Wunsch ist es, als ein DJ-Duo aufzulegen und die Partyräume mit Musik zu füllen. Das konservativ religiöse Land verbietet aber jegliche Musik, die der traditionellen iranischen Musik abweicht und somit auch die elektronische Musik.

Sie versuchen ihre Musik zu vermarkten. Irgendwie. Aber ohne Erfolg. Es ist im Iran verboten, elektronische Musik zu produzieren und aufzulegen, ebenso Frauenstimmen als Backgroundgesang zu nutzen und Frauen auf dem Cover zu haben. Anoosh und Arash verzweifeln nach jeglichen Versuchen und stellen sich die Frage: Was jetzt?. So könne es nicht weitergehen.

Ihre Chance bekommen die Beiden als sie im Internet nach Festivals suchen und auf Lethargy in der Schweiz stoßen. Anoosh und Arash können es kaum fassen, dass tausende halbnackte Raver auf den Straßen in Zürich sich unbeschwert der elektronischen Musik hingeben können. Sie versuchen ihr Glück und bewerben sich für Lethargy aber auch für weitere Festivals. Das Unerwartete wird Wirklichkeit. Annosh wird angerufen, ein Anruf aus der Schweiz. Blade&Beard bekommen endlich die Möglichkeit ihr Können auf dem Techno-Festival Lethargy unter Beweis zu stellen.

In dem Film Raving Iran wird der Anfang der Geschichte von Blade&Beard gezeigt. Wie alles begann. Die Regisseurin und ehemalige Masterstudentin in Film auf der Zuricher Hochschule Susanne Regina Meures begleitete Anoosh und Arash für mehrere Monate im Jahr 2014 und dokumentierte alles was sie nur konnte. Oft musste mit einer versteckten Kamera gefilmt werden, die Arash in seinem Hemd trug. Jedoch fließen die Szenen so ineinander, sodass die Unterschiede der Aufnahmen gar nicht auffallen. Mit so viel Filmmaterial war Meures imstande, ein Dokumentarfilm zu kreieren, welcher die Zuschauer zum Lachen, Nachdenken und Mitfühlen bringt. Hier der Trailer:

Anoosh und Arash entschieden sich in der Schweiz zu bleiben. Nach zwei Jahren haben Anoosh und Arash durch deren Aufenthaltsbewilligung endlich ihr Asylstatus hinter sich und freuen sich somit auf weitere Gigs. Ihr Film wurde auf unzähligen Filmfestivals präsentiert und läuft noch in den deutschen Kinos. Einen Einblick in die Musikwelt von Blade&Beard könnt ihr auf Soundcloud gewinnen.

Blut geleckt? Dann könnt ihr Blade&Beard dieses Wochenende am 5. November im JackWho in Köln auflegen sehen. Ein Filmscreening von Raving Iran wird vor der Party angeboten. Des Weiteren werden die beiden Iraner am 13. Januar im Zeche Carl in Essen auflegen. Der Film wird hier auch vorher gezeigt. Raving Iran ist eine echte Bereicherung für die Filmwelt und bislang der erfolgreichste Dokumentarfilm in den deutschen Kinos. Fürs Weiterlesen, ein schöner Artikel aus der FAZ: Aus der Wüste dröhnt die Freiheit.

PS: Die Titelmusik bereitet direkt einen Ohrwurm. Die schönen Klänge gefolgt von einer Stimme, die (wahrscheinlich) persisch singt, kriegt man nicht mehr aus dem Kopf. Für alle, die das Lied verzweifelt suchen. Nu – Man o to.

Fotos: Facebookseite von Blade&Beard und Raving Iran

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